GS Ost, Am Schallermoos 17, 84036 Landshut

Vier Kinder sitzen Arm in Arm vor der Grundschule. Darüber steht: Für dich. Mit dir.
Grundschule Ost Landshut

Unser Regelkonzept

Klare Regeln geben allen Kindern Sicherheit. Konsequenzen helfen dabei, das eigene Verhalten Schritt für Schritt selbst zu steuern – immer ohne Beschämung und mit einer guten Beziehung zum Kind.

Wir geben dich nicht auf.

Unsere Haltung

Unser Regelkonzept ist kein Strafkatalog, sondern eine gemeinsame pädagogische Haltung. Es steht auf drei Säulen:

Beziehung vor Maßnahme

Kinder verändern ihr Verhalten nachhaltig, wenn sie sich verbunden fühlen.

Struktur gibt Sicherheit

Klare Regeln, feste Abläufe und verlässliche Reaktionen geben Orientierung.

Selbstreguliertes Lernen

Kinder planen, steuern und reflektieren ihr Lernen und ihr Verhalten zunehmend selbst.

Wir orientieren uns an der „Neuen Autorität“ nach Haim Omer: Wir sind da, wir bleiben dran, und wir bleiben mit unseren Problemen nicht allein – als Team im Kollegium und gemeinsam mit den Eltern.

Unsere Schulregeln

1. Wir verhalten uns so, dass alle ungestört lernen können.
2. Wir lösen Konflikte in Giraffensprache und finden immer eine Lösung.

Unsere gemeinsamen Werte sind im ganzen Schulhaus sichtbar:

RespektVerantwortungMutFreundlichkeit
Zwei Kinder sprechen miteinander, dazwischen hält eine Giraffe ein Schild: Wir sprechen, wir hören zu, wir finden eine Lösung. Dazu die Werte Respekt, Verantwortung, Mut und Freundlichkeit.

Jedes Lernhaus ergänzt gemeinsam mit den Kindern im Klassenrat bis zu drei eigene Regeln.

Was wir vorbeugend tun

  • Morgenkreis täglich und Klassenrat wöchentlich – Kinder haben eine Stimme.
  • Positives Verstärken: Wir sehen, was gelingt, und benennen es genau.
  • Präsenz: Wir begrüßen jedes Kind persönlich und sind in den Pausen ansprechbar.
  • Rituale und Rückzugsorte im Lernhaus helfen beim konzentrierten Arbeiten.
  • Gemeinsame Aktionen wie Schulversammlungen und Projekttage stärken das Wir-Gefühl.

Der Stufenplan: so reagieren wir

Der Stufenplan gilt für alle Lehrkräfte gleich. Wir beginnen immer mit dem kleinsten passenden Schritt. Konsequenzen sind Rückmeldungen, keine Strafen.

1

Kleine Störung

Ein Blick, ein Handzeichen oder ein ruhiges Wort – ohne Kommentar vor der Klasse.

2

Störung trotz Hinweis

Ermahnung mit Begründung, kurzes Nachgespräch. Bei Häufung informieren wir die Eltern.

3

Schwerer Regelverstoß

Auszeit außerhalb der Klasse mit Trainingsraumzettel und kurzem Nachdenken. Die Eltern werden schriftlich informiert (Mitteilung oder Verweis). Es kann nötig sein, dass das Kind abgeholt wird.

4

Wiederholte Eskalation

Trainingsraum mit Reflexionsgespräch und Rückkehrplan. Elterngespräch und schriftliche Zielvereinbarung mit der Schulleitung. Beratungsstellen werden einbezogen.

5

Gewalt oder Bedrohung

Sofortiger Elternkontakt, Konferenz mit Schulleitung, Eltern und Lehrkraft. Weitere Maßnahmen nach dem Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz.

Der Trainingsraum

Der Trainingsraum ist kein Strafraum, sondern ein Ort zum Nachdenken und für den Neuanfang. Das Kind lernt: Ich kann selbst entscheiden, wie ich mich verhalte.

1

Die Frage

Die Lehrkraft fragt ruhig: „Kannst du dich jetzt an die Regel halten?“ Bei „Ja“ bleibt das Kind in der Klasse.

2

Der Zettel

Antwortet das Kind mit „Nein“ oder gar nicht, geht es in Begleitung mit einem Trainingsraumzettel in die Auszeit oder den Trainingsraum.

3

Das Gespräch

Eine Fachkraft spricht in Ruhe mit dem Kind: Was ist passiert? Welche Regel galt? Wie gelingt es beim nächsten Mal?

4

Der Rückkehrplan

Das Kind füllt einen Rückkehrplan aus und geht zurück in die Klasse. Am Ende der Stunde gibt es ein kurzes Anerkennungsgespräch.

5

Die Eltern

Der Zettel geht nach Hause und wird unterschrieben zurückgegeben. Nach drei Besuchen in zwei Monaten laden wir zum Gespräch ein, nach fünf Besuchen folgt ein Gespräch mit der Schulleitung.

Der Trainingsraumzettel: was ist das und warum gibt es ihn?

Was ist das?

Der Trainingsraumzettel ist ein zweiseitiges Formular. Die Lehrkraft kreuzt auf der ersten Seite an, welche Regel verletzt wurde und was konkret passiert ist. Eine Fachkraft ergänzt, wie das Gespräch im Trainingsraum verlaufen ist. Auf der zweiten Seite füllt das Kind seinen Rückkehrplan aus. Der Zettel geht mit nach Hause, die Eltern lesen ihn und unterschreiben die Kenntnisnahme.

Warum gibt es ihn?

  • Transparenz: Eltern erfahren am selben Tag, was in der Schule passiert ist – sachlich, ohne Vorwurf und ohne Namen anderer Kinder.
  • Nachdenken statt Strafe: Das Kind erkennt, was passiert ist, und plant selbst, wie es beim nächsten Mal gelingt.
  • Gemeinsam an einem Strang: Schule und Elternhaus sprechen mit dem Kind über dasselbe und geben dieselbe klare Botschaft.
  • Verlässliche Dokumentation: Wir halten fest, was geschehen ist und wie oft. So können wir rechtzeitig Hilfe, Gespräche und Beratung anbieten.
  • Gleiches Vorgehen für alle: Jedes Kind und jede Lehrkraft erlebt dasselbe, faire Verfahren.

Eltern als Partner

Eltern kennen ihr Kind am besten. Wir informieren früh, offen und wertschätzend. Wenn Ihr Kind einen Trainingsraumzettel mitbringt, bitten wir Sie: Sprechen Sie noch am selben Tag deutlich und ernst mit Ihrem Kind, unterschreiben Sie den Zettel und geben Sie ihn am nächsten Schultag wieder mit. So ziehen Schule und Eltern an einem Strang.

Zu Beginn des Schuljahres erklären wir das Regelkonzept auf dem Elternabend. Bei Fragen sprechen Sie gern die Klassenleitung oder die Schulleitung an.