Die Grundschule Ost in der Presse
Zur Eröffnung unseres Neubaus hat sich die Presse ausführlich mit dem Konzept der Grundschule Ost beschäftigt – mit einem Interview mit Schulleiterin Wibke Deuerlein und einem Blick hinter die Kulissen des neuen Gebäudes. Beide Artikel lesen Sie hier im Wortlaut.
Quelle: Sonderveröffentlichung „Neubau Grundschule Ost in Landshut“, Mediengruppe Attenkofer (idowa.de). Text: (schö), Fotos: Sandra Schörghuber.
„Es läuft schon richtig gut“
Drei Fragen an Schulleiterin Wibke Deuerlein
Wibke Deuerlein wurde im Januar zur Schulleiterin der Grundschule Ost ernannt. Die 43-Jährige war jedoch schon zuvor in einem Arbeitskreis tätig, der das pädagogische Konzept für die neuen Grundschulen in Landshut erarbeitet hat. Nun in einer davon zu arbeiten, ist ein Traum, der für die Pädagogin in Erfüllung gegangen ist. Im Gespräch geht sie auf ihre Pläne und Ziele für die Schule ein.
Frau Deuerlein, was hat es mit dem Schulmotto „zusammen Wachsen“ auf sich?
Wibke Deuerlein: Es hat zwei Bedeutungen – das gemeinsame Aufwachsen, aber auch das Zusammenwachsen als Gemeinschaft. Das sind die beiden Elemente, die unser Konzept am besten beschreiben. Wir wollen gemeinsam aufwachsen, weil die Schule ein Lebensraum für unsere Schüler ist. Und weil wir völlig neu sind und unser Konzept neu ist, müssen wir auch noch zusammenwachsen, vor allem als Schule.
Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?
Deuerlein: Der Ausbau und die Weiterentwicklung der engen Verzahnung von Vormittag und Nachmittag, also Schule und kooperativer Ganztagsbetreuung, ist ein Ziel. Man wird hier immer wieder anpassen und nachjustieren müssen, wobei es schon richtig gut läuft. Mein konkretes Ziel ist, nächstes Jahr eine flexible Grundschule zu werden, weil ich das Konzept toll finde. Es ermöglicht Kindern, die ersten beiden Grundschuljahre in einem, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen – je nach Tempo und Entwicklungsstand. Diese Verweildauer wird nicht auf die Schulbesuchsjahre angerechnet, was ein großes Plus ist, wenn man den Blick auf die weitere Schulkarriere richtet. Und das Konzept trägt dem Rechnung, dass wir an unserer Schule Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen haben. Manche haben sprachliche Nachteile oder kein stabiles soziales Umfeld. Das kann man durch die flexible Verweildauer abpuffern. Aktuell kombinieren wir bereits die erste und zweite Klasse. Langfristig wäre mir eine generelle Jahrgangsmischung, wie es die Grundschule Peter und Paul vormacht, ein Anliegen.
Was ist Ihr persönliches Highlight an der Schule?
Deuerlein: Ich kann nicht eines hervorheben, sondern nur meine Top 3 benennen: Das Team, und die Stimmung im Haus – seit ich mit der Ausbildung fertig bin, wünsche ich mir, dass mir jemand so eine Schule baut. Jetzt darf ich sie tatsächlich leiten. Das ist großartig. Das dritte Highlight ist, wie die Kinder dieses Gebäude in Besitz nehmen und wie großartig die von uns erdachten Konzepte funktionieren. Wir haben lange auf dem Reißbrett geplant, und man weiß nicht, ob es funktioniert. Man wünscht es sich, aber man weiß es nicht. Und wenn das dann gelingt, das ist unbeschreiblich.
Die Schule als Lebensraum
Das neue Gebäude ist an den Bedürfnissen der Kinder und pädagogischen Fachkräfte ausgerichtet
Was macht man, wenn beide Elternteile berufstätig sind und das Kind in die Schule kommt? Bisher bedeutete das meistens, dass die Kleinen nach dem Unterricht in den Hort gehen. Bei der Grundschule Ost ist das anders. Hier bleiben die Schülerinnen und Schüler vor Ort und werden direkt in den neuen Räumlichkeiten betreut. Dieser Ansatz macht die neue Schule zu einem Leuchtturmprojekt in Niederbayern – und er schlägt sich auch in der Architektur des Neubaus nieder.
Denn durch die Verzahnung von Schule und Nachmittagsbetreuung werden nicht mehr zwei, sondern nur noch ein Gebäude benötigt, und dessen Gesamtfläche von rund 6.800 Quadratmetern wird optimal ausgenutzt, da sie den gesamten Tag von den Kindern belebt wird. Anders als früher, wo nachmittags die Schule leer stand und vormittags der Hort. Zusätzlich konnte durch die Entscheidung, auf ein separates Hortgebäude zu verzichten, ein Betrag im mittleren einstelligen Millionenbereich eingespart werden. Das sogenannte Konzept der kooperativen Ganztagsbetreuung ermöglicht zudem neue Raumkonzepte – wie die Lernhäuser.
Wie eine kleine Familie innerhalb der Schule
„Das Lernhaus ist quasi eine kleine Familie in der großen Schulfamilie“, erklärt Schulleiterin Wibke Deuerlein. Vier sind es insgesamt: Gletscher, Vulkaninsel, Ozean und Regenwald. Die Namen spiegeln wider, in welchen Farben die Räumlichkeiten gehalten sind – der hellblaue Gletscher, die orangefarbene Vulkaninsel, der dunkelblaue Ozean und der grüne Regenwald. Anhand der Farben können sich die Kinder einfach im Gebäude orientieren. Ein Blick auf den Fußboden reicht, um zu wissen, in welchem Lernhaus man sich gerade befindet. Die Benennung sollte dabei kindgerecht, aber nicht zu kindlich sein, das war Wibke Deuerlein wichtig.
Jede Jahrgangsstufe teilt sich ein Lernhaus mit drei Klassenzimmern, zwei Gruppenräumen, einem zentralen Marktplatz sowie Nebenräumen wie Garderobe und WCs. Hier wird gelernt und gespielt. Denn die Kinder verbringen den gesamten Tag in ihrem Lernhaus – entweder im gebundenen Ganztag, wenn der Unterricht auf den Vormittag und Nachmittag verteilt ist, oder in der flexiblen Ganztagsbetreuung, die dem klassischen Hortmodell ähnelt. Getragen wird das Ganze von einem multiprofessionellen Team aus Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften.
Da die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen, muss diese laut Wibke Deuerlein ein Lebensraum für sie sein. „Die Bedürfnisse von Kindern sind anders, wenn sie den ganzen Tag da sind, als wenn man sie mittags entlässt“, sagt sie. „Das sehen wir im ganzen Gebäude abgebildet.“ Die Kinder haben dank flexibler Möbel verschiedene Möglichkeiten, zu lernen – im Sitzen, Liegen oder Stehen, wie es ihnen beliebt. Der große Schulhof und die Außenanlagen mit Spielplatz, Lese- und Schulgarten sowie Rasensportfeld bieten Raum für Bewegung. Hinzu kommen Rückzugsmöglichkeiten, in denen die Kinder zur Ruhe kommen und auch mal schlafen können.
Deshalb gibt es eine große Mensa, die hier jedoch „Genussoase“ heißt – „weil Wörter Bilder im Kopf schaffen und deswegen ist Wording immer wichtig“, findet die 43-Jährige. Die „Genussoase“ bietet genügend Platz, damit die rund 260 Schülerinnen und Schüler sowie die rund 40 Mitarbeitenden der Grundschule und Ganztagsbetreuung dort mittags essen können.
Denn das Betreuungskonzept hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Pädagogen. „Wenn ich von ihnen erwarte, dass sie den ganzen Tag hier sind, brauchen sie mittags ein Essen und einen festen Arbeitsplatz“, weiß die Schulleiterin. Den finden sie in den Teamräumen innerhalb der Lernhäuser. Dort können sie ihren Unterricht vor- und nachbereiten und sich besprechen. „Die Menschen, die hier arbeiten – egal, ob in der Betreuung oder in der Schule – sind Herzenspädagogen, die sich einbringen und gestalten wollen“, so Wibke Deuerlein.
An der Grundschule Ost finden sie dafür die Gegebenheiten vor
Dank einer weitsichtigen Planung. Denn der Grundstein für das Projekt wurde bereits vor über zehn Jahren mit dem Schulentwicklungsplan gelegt. Dieser sah den Neubau zweier Grundschulen zur Entlastung der bisherigen Standorte vor. 2019 startete die konkrete Planung für die Grundschule Ost. Nachdem der Baubeginn aufgrund der Pandemie haushaltsbedingt verschoben werden musste, erfolgte am 18. August 2023 der Spatenstich.
Hell, freundlich und markant
Innerhalb von drei Jahren entstand ein moderner Neubau, der sich in drei miteinander verbundene Baukörper gliedert: die eingeschossige Turnhalle sowie das Hauptgebäude, das sich über zwei Stockwerke erstreckt und die Lernhäuser, Nebenräume und den Verwaltungstrakt beinhaltet. Die Räume sind hell und freundlich gestaltet mit großen Fensterflächen. Das Erdgeschoss zeichnet sich durch seine Sichtbetonwände aus, während das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet wurde. Auch die Fassade wurde aus Holz gefertigt, ist aber durch die Laubengänge im ersten Stock, die zugleich als Fluchtweg dienen, vor der Witterung geschützt. Mit der markanten roten Farbe sticht das Gebäude hervor und gliedert sich trotzdem gut in seine Umgebung ein.
Innen fallen die abgehängten Decken ins Auge. Sie sorgen für eine gute Raumakustik – ein Faktor, der insbesondere Schulleiterin Wibke Deuerlein begeistert. „Die Akustik des Gebäudes ist sensationell geplant“, sagt sie. Ihr Favorit sind und bleiben jedoch die Lernhäuser: „Ich finde sie einfach perfekt durchdacht und es ist ein warmes, freundliches Zuhause für unsere Kinder und das Team, das dort arbeitet.“
zusammen Wachsen – auch in der Presse ein Thema.