Unser Leistungskonzept
Leistung verstehen – Lernen sichtbar machen – Entwicklung fördern
Gültig ab Schuljahr 2026 / 20271Unser Verständnis von Leistung
Leistung ist ein wesentlicher Bestandteil schulischen Lernens. Sie dient nicht allein der Feststellung eines Ergebnisses, sondern unterstützt Kinder dabei, ihre eigene Entwicklung wahrzunehmen, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen und ihre nächsten Lernschritte zu planen.
Unser Leistungskonzept verbindet die rechtlichen Vorgaben der Bayerischen Grundschulordnung mit den pädagogischen Grundgedanken des LehrplanPLUS – getragen von unserem gemeinsamen Leitgedanken „Zusammen wachsen".
1. Leistung ist Entwicklung
Individueller Lernfortschritt und persönliche Entwicklung jedes Kindes stehen im Zentrum.
2. Sicherheit & Fairness
Fehlerfreundliche Atmosphäre und Berücksichtigung individueller Voraussetzungen.
3. Rückmeldung führt weiter
Konstruktives Feedback, das Stärken stärkt und nächste Lernziele klar aufzeigt.
2Rechtlicher Rahmen & unser Kreislauf
Unser Leistungskonzept beruht auf den geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Freistaats Bayern:
- Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG)
- Grundschulordnung (GrSO), insbesondere § 10
- LehrplanPLUS Grundschule
- Handreichung des ISB: „Kompetenzorientierter Unterricht – Leistungen beobachten, erheben, bewerten"
Beobachten
Kontinuierliche Wahrnehmung der Lernprozesse, Lösungswege und Strategien im laufenden Unterricht.
Erheben
Gezielte Erfassung von Kompetenzen durch schriftliche, mündliche, praktische & mehrdimensionale Formate.
Bewerten
Transparente Kriterienanwendung unter Berücksichtigung des Notenschlüssels & individuellen Stands.
Rückmelden
Förderorientierte Rückmeldung: Wo stehe ich? Was gelingt mir? Was ist mein nächster Schritt?
3Grundsätze unserer Leistungsbewertung
- Kompetenzorientierung: Bewertet wird nicht reines Faktenwissen, sondern die Fähigkeit, Wissen anzuwenden und Probleme eigenständig zu lösen.
- Transparenz: Lernziele und Bewertungskriterien werden vor einer Leistungserhebung für alle verständlich erläutert.
- Fairness & Vergleichbarkeit: Berücksichtigung von Alter, Entwicklungsstand sowie individuellen Lernvoraussetzungen. Für jeden Schüler werden in etwa gleich viele Leistungsnachweise erhoben.
- Ganzheitlichkeit: Ausgewogener Einbezug schriftlicher, mündlicher, praktischer und mehrdimensionaler Formate – passend zu unseren jahrgangsgemischten Lernhaus-Strukturen.
- Lernförderlichkeit: Fehler werden als natürliche Lernchance genutzt und bilden das Fundament gezielter Förderung.
4Formen der Leistungsfeststellung
Leistung wird an der Grundschule Ost kontinuierlich beobachtet und in unterschiedlichen Formen festgestellt – passend zu den zu überprüfenden Kompetenzen.
Lernbeobachtung
Unterrichtsbeiträge, Mitarbeit, Lernstrategien, Problemlöseverhalten, Arbeits- und Sozialverhalten.
Schriftlich
Schriftliche Leistungsnachweise, Lernzielkontrollen und Checks nach transparenten Kriterien.
Mündlich
Erklärungen, Vorträge, Vorlesen, Gedichtvorträge.
Praktisch
Versuche/Experimente, Werkstücke, praktische Bauten, Bewegungsaufgaben, künstlerische Darbietungen.
Mehrdimensional
Präsentationen, Projekte, Portfolios, Lapbooks, Forscherhefte, analoge/digitale Lernprodukte.
Mehrdimensionale und praktische Leistungsnachweise werden grundsätzlich in der Schule erstellt, um faire, vergleichbare Arbeitsbedingungen und die eigenständige Schülerleistung sicherzustellen.
| Stufe | Beschreibung |
|---|---|
| Stufe 1: Reproduktion | Grundwissen zuverlässig abrufen, gelernte Regeln, Fachbegriffe & Definitionen exakt wiedergeben. |
| Stufe 2: Reorganisation | Gelerntes Wissen und bekannte Verfahren in leicht veränderten Zusammenhängen sachgerecht anwenden. |
| Stufe 3: Transfer | Bekannte Verfahren, Strategien und Strukturen eigenständig auf neuartige Situationen übertragen. |
| Stufe 4: Problemlösendes Denken | Komplexe Aufgabenstellungen eigenständig analysieren, bewerten und kreative eigene Lösungswege entwickeln. |
Schriftliche Leistungsnachweise werden 7 Werktage vorab angekündigt. Bei festgelegten Probenzeiträumen wird der erste mögliche Prüfungszeitpunkt mindestens 7 Werktage vorher bekanntgegeben.
5Durchführung von Leistungsnachweisen
- Lernziele transparent machen
- Aufgaben an Unterrichtsinhalten ausrichten
- Bewertungskriterien bekanntgeben
- Angemessene Arbeitsbedingungen, ausreichende Zeit
- Geeignete Hilfsmittel, ruhige Atmosphäre
- Max. 1 Leistungsnachweis pro Tag, höchstens 2 pro Woche
- Transparente Kriterienanwendung
- Würdigung des Lernfortschritts
- Konstruktives Feedback
- Zeitnahe Rückgabe
- Gemeinsame Nachbesprechung
- Stärken & nächste Schritte
Bei entschuldigter Abwesenheit kann ein angemessener Nachtermin festgesetzt werden. Außergewöhnliche persönliche Belastungen werden im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen berücksichtigt.
6Fachbezogene Vereinbarungen
| Fach | Schwerpunkte & Besonderheiten |
|---|---|
| Deutsch | Lesen, Schreiben, Sprachgebrauch, Rechtschreiben, Sprechen und Zuhören. Formate: schriftlich, mündlich und mehrdimensional. |
| Mathematik | Mathematische Verfahren anwenden, Modellieren, Problemlösen, Kommunizieren und Argumentieren. |
| Heimat- und Sachunterricht (HSU) | Schriftliche Leistungsnachweise sowie Experimente, Beobachtungen, strukturierte Dokumentationen, praktische Aufgaben und Präsentationen. |
| Englisch | Kommunikative Kompetenzen im Fokus: Hörverstehen, Sprechen und Sprachhandeln (keine Grammatik- oder Vokabeltests mit Ziffernnoten). |
| Kunst, Musik, Werken & Gestalten | Bewertung von Arbeitsprozess, Kreativität, fachgerechter Umsetzung und individueller Entwicklung. Das fertige Produkt ist nur ein Teil der Gesamtnote. |
| Sport | Individuelle Leistungsentwicklung, Bewegungsqualität, Ausdauer, Anstrengungsbereitschaft, Kooperation und faires Sportverhalten. |
7Bewertung, Notenschlüssel & Zeugnisse
| Erreichte Leistung (%) | Note |
|---|---|
| 93 – 100 % | 1 (Sehr gut) |
| 80 – 92 % | 2 (Gut) |
| 63 – 79 % | 3 (Befriedigend) |
| 45 – 62 % (Mindestkompetenz) | 4 (Ausreichend) |
| 20 – 44 % | 5 (Mangelhaft) |
| 0 – 19 % | 6 (Ungenügend) |
Gewichtung
Schriftliche, mündliche und mehrdimensionale Leistungsnachweise werden gleich gewichtet, also 1:1:1. Alle Leistungsnachweise werden transparent dokumentiert (Kriterienraster/Bewertungsbögen).
Rückmeldekultur
Unsere Rückmeldungen beantworten verlässlich drei Fragen: Wo stehe ich? Was gelingt mir bereits? Was ist mein nächster Lernschritt? Ergänzend nutzen wir Lernentwicklungsgespräche, Kompetenzraster, Selbsteinschätzung und Peerfeedback.
| Jahrgangsstufe | Halbjahr | Ganzjahr |
|---|---|---|
| 1. Klasse | LEG | LEG |
| 2. Klasse | LEG | Jahreszeugnis |
| 3. Klasse | LEG | LEG |
| 4. Klasse | Zwischeninformation (Januar) | Übertrittszeugnis (Mai) & Jahreszeugnis (Schuljahresende) |
In der Jahrgangsstufe 1 und im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 2 erfolgt eine Leistungsbewertung ohne Vergabe von Ziffernnoten. Die Leistung wird ausschließlich über einen kriterienbasierten Rückmeldebogen bewertet.
Anhang: Leistungserhebungen in den Jahrgangsstufen 3 & 4
| Fach | Richtwert Anzahl |
|---|---|
| Deutsch | 10 |
| Mathematik | 4 |
| Heimat- und Sachunterricht (HSU) | 4 |
| Gesamt bis Übertrittszeugnis | 18 |
Die Anzahl der schriftlichen Leistungsnachweise richtet sich nach den jeweils geltenden ministeriellen Vorgaben.
In Deutsch und Mathematik wird jeweils 1 schriftlicher Leistungsnachweis durch einen mehrdimensionalen Leistungsnachweis ersetzt.
| Probenfreie Woche | Zeitraum |
|---|---|
| 1. Probenfreie Woche | 9.11. – 13.11.2026 |
| 2. Probenfreie Woche | 11.01. – 15.01.2027 |
| 3. Probenfreie Woche | 15.02. – 19.02.2027 |
| 4. Probenfreie Woche | 26.04. – 30.04.2027 |
„Zusammen wachsen" – Leistung als Weg, nicht nur als Ergebnis.